Systemforschungsprojekt KLIMANET erhält EU-Förderung von 5,4 Mio. Euro
Auf einen Blick
Das Institut für Interdisziplinäre Systemforschung koordiniert das neu bewilligte EU-Projekt KLIMANET mit einem Fördervolumen von 5,4 Mio. Euro.
Das Projekt modelliert die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Infrastruktursystemen und gesellschaftlicher Resilienz.
Sechs europäische Länder sind mit Forschungseinrichtungen an dem Verbundprojekt beteiligt.
KLIMANET läuft über vier Jahre und startet offiziell im Oktober 2026.
Erste Ergebnisse sollen in einen europäischen Policy-Brief für die EU-Kommission einmünden.
Das Projekt KLIMANET
Der Klimawandel stellt Infrastruktursysteme – von Energienetzen über Verkehrswege bis hin zu Wasserversorgungsnetzen – vor neue, komplexe Belastungen. Gleichzeitig hängt die gesellschaftliche Resilienz gegenüber Klimaextremen maßgeblich davon ab, wie gut diese Systeme unter Stress funktionieren und wie schnell sie sich erholen können.
KLIMANET hat sich zum Ziel gesetzt, diese Wechselwirkungen erstmals in einem integrierten Modellrahmen zu erfassen. Dazu werden Klimaprojektionen, Infrastrukturdaten und sozioökonomische Szenarien kombiniert, um kritische Schwachstellen und Resilienzpotenziale in europäischen Stadtregionen zu identifizieren.
Beteiligte Partnereinrichtungen
An KLIMANET beteiligen sich neben dem koordinierenden Institut für Interdisziplinäre Systemforschung (Berlin/Köln) Einrichtungen aus den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Österreich und Polen. Jede Partnereinrichtung bringt regionale Datensätze und Expertisen ein:
Niederlande: Expertise in Hochwasserschutz und Gewässermanagement
Frankreich: Hitzeresilienz in dicht besiedelten Stadtgebieten
Schweden: Infrastrukturrobustheit bei Extremwinter-Ereignissen
Österreich und Polen: Gebirgs- und Transitionsregionen mit spezifischen Klimarisiken
Ein gemeinsames Datenportal ermöglicht den strukturierten Austausch und die harmonisierte Modellierung über alle Standorte hinweg.
Transfer in die Praxis
Ein besonderes Merkmal von KLIMANET ist der enge Praxisbezug: Neben der wissenschaftlichen Veröffentlichung sind konkrete Policy-Briefs für europäische Entscheidungsträger geplant. Im Projektverlauf werden Stadtplanerinnen und -planer sowie Infrastrukturbetreiber aus den Partnerregionen aktiv in die Szenarienentwicklung einbezogen.
Das Institut betrachtet KLIMANET als wichtigen Baustein seiner Langzeitstrategie, systemwissenschaftliche Grundlagenforschung mit gesellschaftsrelevanter Anwendung zu verbinden. Der Projektstart erfolgt im Oktober 2026 mit einem Kick-off-Meeting in Berlin.

