Neues Hochleistungsrechenzentrum am Berliner Standort in Betrieb genommen
Auf einen Blick
Das Institut für KI und Datenwissenschaften hat in Berlin ein neues GPU-Cluster-Rechenzentrum in Betrieb genommen.
Die Anlage bietet eine Rechenleistung von über 10 Petaflops und ermöglicht das Training großer KI-Modelle.
Das Rechenzentrum steht auch anderen Instituten der Organisation für rechenintensive Projekte zur Verfügung.
Die Infrastruktur nutzt zu 100 Prozent Ökostrom und verfügt über ein innovatives Abwärmenutzungskonzept.
Durch den Betrieb können externe Hochleistungsrechner künftig deutlich seltener genutzt werden, was Kosten und CO₂-Fußabdruck senkt.
Eine neue Dimension der Rechenleistung
Mit der Inbetriebnahme des neuen HPC-Clusters verfügt das Institut für KI und Datenwissenschaften erstmals über eine eigene Hochleistungsrecheninfrastruktur, die großangelegte KI-Experimente ohne Abhängigkeit von externen Cloud-Anbietern ermöglicht. Das System umfasst 128 NVIDIA-H100-GPUs, die in einem Hochgeschwindigkeits-InfiniBand-Netzwerk verbunden sind und gemeinsam über 10 Petaflops FP32-Rechenleistung bereitstellen.
Die Investitionssumme von rund 6,8 Millionen Euro wurde je zur Hälfte aus institutionellen Mitteln und einem Sonderprogramm des Landes Berlin für KI-Infrastruktur finanziert. Die Planung und Installation dauerten 18 Monate; in dieser Zeit wurden auch das Gebäude und das Kühlsystem des Berliner Standorts modernisiert.
Anwendungsfelder und Nutzungskonzept
Primär wird der Cluster für drei Forschungsschwerpunkte eingesetzt:
Training von Sprachmodellen: Weiterentwicklung von SciLingua-DE sowie Forschung an Domänenadaptation und Few-Shot-Learning für wissenschaftliche Texte.
Klimamodellierung: Hochauflösende regionale Klimasimulationen im Rahmen des KLIMANET-Projekts und weiterer Verbundvorhaben.
Biomedizinische Bildanalyse: Skalierung der KI-Modelle, die im Rahmen der Charité-Kooperation entwickelt wurden, auf größere Datensätze.
Im Rahmen einer institutionellen Nutzungsvereinbarung können auch das Institut für Interdisziplinäre Systemforschung und das Institut für Molekulare Biowissenschaften Rechenkapazitäten buchen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein wesentliches Planungsziel war ein möglichst geringer ökologischer Fußabdruck. Das Rechenzentrum wird vollständig mit Ökostrom aus zertifizierter Windenergie betrieben. Die entstehende Abwärme wird über ein Wärmetauschersystem in das Fernwärmenetz des Berliner Standorts eingespeist und heizt damit angrenzendes Bürogebäude mit.
Der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) des Rechenzentrums liegt bei 1,2 – deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 1,55. Das Institut orientiert sich dabei an den Green-HPC-Richtlinien des europäischen EuroHPC-Verbunds.

