Nachwuchsforscherin des Instituts für Materialchemie mit Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet
Auf einen Blick
Dr. Lena Hartmann vom Institut für Materialchemie und Katalyse erhält die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft.
Die Auszeichnung würdigt ihre herausragende Dissertation zur heterogenen Katalyse an Übergangsmetalloxiden.
Die Otto-Hahn-Medaille gilt als eine der renommiertesten Nachwuchsauszeichnungen in den Naturwissenschaften.
Dr. Hartmanns Arbeit eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung nachhaltigerer Katalysatoren in der chemischen Industrie.
Die Preisträgerin führt ihre Forschung am Institut als Postdoktorandin fort und baut eine eigene Nachwuchsgruppe auf.
Zur Preisträgerin
Dr. Lena Hartmann hat ihr Chemiestudium an der RWTH Aachen absolviert und ihre Promotion am Institut für Materialchemie und Katalyse in Bonn unter Betreuung von Prof. Dr. Heinrich Baumüller durchgeführt. Ihre Dissertation trägt den Titel „Oberflächenstruktur und Reaktivität von Vanadium- und Molybdänoxiden als heterogene Katalysatoren in der selektiven Oxidation“ und wurde mit der höchsten Prädikation „summa cum laude“ bewertet.
International aufmerksam gemacht hat Dr. Hartmann sich durch eine Veröffentlichung in ACS Catalysis, in der sie erstmals einen direkten strukturellen Zusammenhang zwischen der atomaren Oberflächenmorphologie von Vanadiumoxid und dessen katalytischer Aktivität nachweisen konnte.
Die Forschungsarbeit
Heterogenene Katalyse ist das Rückgrat zahlreicher industrieller chemischer Prozesse – von der Ammoniak-Synthese über die Acrylnitril-Herstellung bis hin zu Abgaskatalysatoren in Fahrzeugen. Dennoch sind viele grundlegende Mechanismen, die die Aktivität und Selektivität von Feststoffkatalysatoren steuern, nach wie vor nicht vollständig verstanden.
Dr. Hartmanns Arbeit verbindet modernste Oberflächencharakterisierungsmethoden wie LEED, STM und XPS mit quantenchemischen Rechnungen (DFT), um ein atomäres Bild der aktiven Zentren auf Übergangsmetalloxid-Oberflächen zu zeichnen. Ihre Ergebnisse legen den Grundstein für ein rationales Design nachhaltigerer und effizienterer Katalysatoren.
Über die Otto-Hahn-Medaille
Die Otto-Hahn-Medaille wird jährlich von der Max-Planck-Gesellschaft an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die im Rahmen ihrer Dissertation oder als Postdoktoranden herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben. Sie ist nach Otto Hahn benannt, dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger, der 1938 die Kernspaltung entdeckte.
Institutsleiter Prof. Dr. Thomas Eisenmann gratulierte Dr. Hartmann herzlich: „Diese Auszeichnung spiegelt die Ausnahmequalität von Lenas Arbeit wider und ist gleichzeitig ein Zeichen der Anerkennung für die exzellente Forschungsumgebung, die wir in Bonn gemeinsam aufgebaut haben.“

