KOOPERATIONEN & PARTNERSCHAFTEN

Kooperation mit Industriepartnern zur Entwicklung nachhaltiger Funktionsmaterialien

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Materialforschung: Polymere und Hochleistungswerkstoffe im Labor
Nachhaltige Funktionsmaterialien in der Entwicklung

Auf einen Blick

  • Das Institut für Materialchemie und Katalyse startet eine strategische Forschungspartnerschaft mit drei europäischen Industrieunternehmen.

  • Ziel ist die Entwicklung biobasierter Polymere und recyclingfähiger Hochleistungswerkstoffe für industrielle Anwendungen.

  • Die Partnerschaft läuft über fünf Jahre mit einem Gesamtvolumen von 7,2 Mio. Euro.

  • Geplant sind mind. drei gemeinsame Patentanmeldungen sowie die Gründung eines Spin-offs bis 2028.

  • Das Projekt ist Teil der europäischen Green-Deal-Strategie für nachhaltige Industrie.

Strategie und Motivation

Die chemische und Werkstoffindustrie steht unter großem Transformationsdruck: Fossile Rohstoffe müssen durch biologisch abbaubare oder recycelbare Alternativen ersetzt werden, ohne dabei die mechanischen und thermischen Eigenschaften der Materialien zu verschlechtern. Genau hier setzt die neue Forschungspartnerschaft an.

Das Institut für Materialchemie und Katalyse bringt seine Expertise in der Katalyse biobasierter Synthesen und der Charakterisierung von Polymerstrukturen ein. Die drei Industriepartner – ein niederändischer Spezialchemiekonzern, ein deutsches Kunststoffunternehmen aus Baden-Württemberg und ein französischer Werkstoffhersteller – stellen anwendungsnahe Problemstellungen, Testkapazitäten und Marktzugang bereit.

Chromatographische Analyse von Materialproben im Labor
Materialanalyse und Charakterisierung

Forschungsschwerpunkte

Drei Materialklassen stehen im Fokus der Partnerschaft:

Biobasierte Epoxidharze: Entwicklung von Harzsystemen auf Basis nachwachsender Rohstoffe (Lignin, Terpene, Fettsäuren), die die Eigenschaften petroleumbasierter Epoxide erreichen oder übertreffen.

Kreislauffähige Hochleistungsthermoplaste: Materialien, die am Ende ihrer Lebensdauer chemisch oder mechanisch in qualitativ hochwertige Sekundärwerkstoffe recycelt werden können.

Multifunktionale Hybridmaterialien: Verbundwerkstoffe aus Biopolymeren und anorganischen Nanopartikeln mit maßgeschneiderten Leit-, Barriere- oder antibakteriellen Eigenschaften.

Transfer und Verwertung

Die Partnerschaft ist auf einen schnellen Transfer in die Anwendung ausgelegt: Schon nach zwei Jahren sollen erste Pilotanwendungen in der Automobil- und Verpackungsbranche vorliegen. Die Gründung eines gemeinsamen Spin-offs, das ausgewählte Technologien lizenziert und skaliert, ist bis 2028 geplant.

Das Institut begreifen diese Partnerschaft als Modell für die enge Verzahnung von exzellenter Grundlagenforschung und industriellem Innovationsbedarf – und als Beitrag zu einer nachhaltigeren europäischen Chemieindustrie.