Institut für Molekulare Biowissenschaften eröffnet neue Hochdurchsatz-Screening-Anlage
Auf einen Blick
Das Institut für Molekulare Biowissenschaften hat eine neue automatisierte Hochdurchsatz-Screening-Anlage in Betrieb genommen.
Die Anlage ermöglicht die Testung von bis zu 50.000 Substanzen pro Tag auf biologische Wirksamkeit.
Mit der neuen Infrastruktur wird die Wirkstoffforschung am Standort Köln erheblich beschleunigt.
Externe Forschungsgruppen können die Anlage im Rahmen von Kooperationsprojekten mitnutzen.
Die Investition wurde durch Bundes- und Landesmittel sowie institutionelle Eigenanteile finanziert.
Neue Infrastruktur für die Wirkstoffforschung
Am 23. Juni 2025 hat das Institut für Molekulare Biowissenschaften am Standort Köln seine neue Hochdurchsatz-Screening-Anlage (High-Throughput-Screening, HTS) feierlich eröffnet. Mit einer Investitionssumme von über 4,2 Millionen Euro handelt es sich um die bislang größte Einzelinvestition in die Forschungsinfrastruktur des Instituts.
Die vollautomatisierte Anlage umfasst einen Roboterarm-Pipettierer, eine Multi-Well-Plattenlesegeräte-Einheit sowie ein integriertes Lagersystem für Substanzbibliotheken. Damit können pro Arbeitstag bis zu 50.000 verschiedene Verbindungen auf ihre Wirksamkeit gegenüber ausgewählten Zielmotekkülen (Targets) getestet werden.
Anwendungsfelder und Forschungsprioriäten
Die Anlage wird primär in drei Forschungsfeldern eingesetzt:
Krebsforschung: Suche nach Substanzen, die gezielt auf Ürtumor-spezifische Signalwege wirken und neue Angriffspunkte für Therapien eröffnen.
Antibiotikaresistenz: Screening von Substanzbibliotheken auf Wirksamkeit gegen multiresistente Bakterienstämme, die mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr behandelbar sind.
Proteinfehlfaltungserkrankungen: Identifikation von Verbindungen, die der fehlerhaften Aggregation von Proteinen entgegenwirken und damit potenzielle Ansätze für Alzheimer- oder Parkinson-Therapien bieten.
Offene Nutzung für Kooperationspartner
Ein wichtiges strategisches Ziel ist die Nutzung der Anlage über institutionelle Grenzen hinaus. Im Rahmen von Kooperationsabkommen können externe Forschungsgruppen aus Hochschulen, anderen Forschungseinrichtungen und Start-ups Screeningkapazitäten buchen.
Die Abwicklung erfolgt über ein zentrales Benutzerportal, das Online-Buchung, Datenübertragung und Qualitätskontrolle integriert. Erste Kooperationsvereinbarungen wurden bereits mit der Universität Bonn und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) geschlossen. Interessierte können sich über das Institut direkt an das Koordinationsteam der Anlage wenden.

